Vom britischen Premierminister Winston Churchill ist folgende Anekdote überliefert:
Als der Luftkrieg über Großbritannien tobte, wurde der Premierminister aufgefordert, die Kulturausgaben zu Gunsten des Verteidigungshaushalts zu kürzen. Er antwortete trocken: „Und für was kämpfen wir dann?“

So sieht es auch die CDU-Ratsfraktion: Kultur ist das, was uns ausmacht und uns im Innersten zusammenhält; Kultur ist systemrelevant!

Freie Künstler haben selten Betriebskosten

Umso mehr schmerzte der Umstand, dass der Kulturbetrieb zunächst von einer Sekunde auf die andere auf Null gesetzt und dann bei jeder neuen Lockerungsrunde der Corona-Einschränkungen ausgespart wurde. „Gerade für die freien Kulturschaffenden, die über keine Festanstellungen an großen Häusern verfügen, bedeutet dies nach wie vor, dass sie keinerlei Einnahmen haben“, so der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Jens Seidel. In der Tat knüpfen viele Hilfspakete von Bund und Land an die Betriebskosten, doch diese haben freischaffende Künstler eben nicht. Selbst die bejubelten Solisten in der Oper sind oft nur für bestimmte Aufführungen oder eine Inszenierung gebucht. Fallen diese aus, fallen auch die Einnahmen weg und „Betriebskosten“ kann man sich bei einer in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung probenden Sopranisten nur schwer vorstellen.

Die Bühne, das Publikum, der Applaus – darauf kommt es an


Was braucht also ein Künstler in aller erster Linie, fragten wir uns in der Fraktion. Klar, die Möglichkeit vor Publikum aufzutreten. Aus dieser Erkenntnis wurde die Idee eines Antrages geboren, der freien Kulturszene Zugang zu den großen staatlichen Bühnen zu ermöglichen. Die Idee dahinter war einfach. In den großen Häusern wären die Hygiene- und vor allem Abstandsregeln für die kleineren freien Bühnen leichter einzuhalten, ohne, im Idealfall, weniger Publikum als gewohnt empfangen zu können. Das war quer und unkonventionell gedacht, ganz wie es die Corona-Pandemie erfordert.

Hier, Jetzt, Alle!

Zwar ist der Antrag inzwischen insoweit überholt, als Staatsoper und Staatstheater, die neue Spielzeit vor Augen, ihren Probenbetrieb aufgenommen haben und ihre Räumlichkeiten wieder selbst bespielen können. Ein Umstand, der hoffungsvoll stimmt. Der Grundgedanke fiel aber auf fruchtbaren Boden und traf auf reges Interesse der Kulturszene. „Wir haben seitdem eine Vielzahl von Gesprächen geführt und sind auf einem guten Weg, eine von Politik, Wirtschaft, Stadtgesellschaft und Verwaltung mitgetragene Lösung zu finden“, heißt es nunmehr aus den Reihen der CDU-Kulturpolitiker.

Allzu viel will man noch nicht verraten, um die noch andauernden Gespräche nicht zu gefährden. Nur eines lässt man schon durchblicken: Gelingt der Plan, dann ist das ein starkes Signal für die Kulturhauptstadtbewerbung Hannovers und die schönste Umsetzung des Mottos: Hier, Jetzt, Alle!

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