Verhalten der Stadt löst einmal mehr Kopfschütteln aus

„Die Entgegennahme eines Preises für ein Projekt, das gar nicht mehr existiert, ist schon ein starkes Stück. Wäre es nicht so traurig, müsste man fast darüber lachen“, so Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Hannover.

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„Hier wird sich im Glanz eines guten Leuchtturmprojekts gesonnt, das man seitens der Stadtverwaltung offenbar – im Gegensatz zu Eltern, Inklusionsbeirat und Region Hannover – für untauglich hält. Das finde ich abenteuerlich. Muss das Preisgeld jetzt auch erstattet werden?“, fragt der Vorsitzende.

Die Ottfried-Preußler-Schule hatte den Deutschen Schulpreis für ein Projekt erhalten, dass bei der Betreuung von Schülerinnen und Schülern durch Schulbegleiter auf eine Poollösung, statt auf den Schülern und Schülerinnen einzeln zugeordnete Schulassistenzen setzt. Aus Sicht der Eltern ein Erfolgsmodell.

Eigentlich eine gute Sache, findet auch die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Dr. Stefanie Matz: „Mir ist einigermaßen unverständlich, warum sich die Stadt aus einem Modell verabschiedet, mit dem Schule, Eltern und auch die Kinder gute Erfahrungen gemacht haben. Hier wird ein seit langem auch von Experten im Bereich Inklusion gefordertes Verfahren ohne ersichtlichen Grund aufgegeben.“ Eltern stünden immer wieder vor dem Problem, dass beispielsweise bei einer Erkrankung der Schulassistenz ein Ersatz gefunden werden müsste. „Schlimmstenfalls kann neben dem Begleiter eben auch das Kind nicht am Unterricht teilnehmen. Ein Problem, das mit einer Poollösung eingedämmt werden könnte“, so die Schulpolitikerin. „Auch im letzten Schulausschuss, in dem sogar ein Antrag zur Einführung eines Poolmodells des Inklusionsbeirates thematisiert wurde, gab es keinerlei kritische Einlassungen der Schulverwaltung.“

„Die Wege der hannoverschen Schulpolitik sind ja des Öfteren unergründlich. Das mag man vor Ort diskutieren und zur Kenntnis nehmen. Doch dieser Vorgang ist bundesweit schon einmalig und kann dem guten Ruf unserer Landeshauptstadt Hannover nachhaltig schaden. Insofern erwarten die Menschen in Hannover eine umfangreiche Sachaufklärung, wie es zu diesem peinlichen Verhalten gekommen ist“, sagt Seidel abschließend.


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