Ende der Obdachlosenunterbringung im Naturfreundehaus ist ein Armutszeugnis für die Sozialpolitik der Mehrheitsfraktionen

„Dass man ausgerechnet zu Beginn der kalten Jahreszeit aus einem Erfolgsprojekt aussteigt und vorliegende Planungen für eine Weiterführung einfach vom Tisch nimmt, ist nur eines: peinlich“, findet Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Hannover.


„An einer fundierten Erklärung, warum das Modellprojekt ‚Plan B – OK‘ im September von der Tagesordnung des Sozialausschusses abgesetzt wurde, fehlt es bislang. Nach meinem Eindruck gibt es immer wieder sozial klingende Worte der Fraktionen von SPD, Bündis90/Grüne und FDP, aber wie man an diesem Beispiel sieht, keine sozialen Taten.“

Zunächst habe man sich im – teilweise unerwarteten und daher umso erfreulicheren – Erfolg der Unterbringung von Obdachlosen in der Jugendherberge während der ersten Corona-Hochphase gesonnt. Jetzt würden nicht nur die Betroffenen, sondern auch die sie betreuenden Organisationen vor den Kopf gestoßen. Dies sei nicht nachvollziehbar. Zumal die Befristung der Unterbringung im Naturfreundehaus von Anfang klar war und man somit sehenden Auges in die nun vorliegende Situation gegangen ist.

„Ich sehe hier die Sozialpolitik der Mehrheitsfraktionen in der Pflicht, schnellstmöglich eine adäquate Lösung zu finden, bevor die Temperaturen den Gefrierpunkt erreichen“, so Seidel weiter. „Ich möchte ungern wieder ad-hoc-Entscheidungen im Winter treffen, weil sich die Situation für die Menschen auf der Straße dann wieder erwartungsgemäß verschlechtert. Sollte es Probleme bei der Finanzierung geben, erwarte ich umgehend Gespräche mit der Region Hannover und dem Land Niedersachsen über eine mögliche Beteiligung an den Kosten zu führen. Schließlich benötigen die Obdachlosen nicht noch mehr warme Worte, sondern zügige Taten“, sagt Seidel abschließend.

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