In der heutigen Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses steht eine Verwaltungsdrucksache auf der Tagesordnung, mit welcher die Verwaltungsspitze die Errichtung eines 18. Gymnasium beschließen lassen will. „Hannover ist eine wachsende Stadt und wir brauchen daher auch mehr Schulplätze, daran besteht auch für uns kein Zweifel. Ein weiteres Gymnasium ist jedoch nicht die richtige Lösung – wir befürworten stattdessen eine weitere Realschule", so Dr. Stefanie Matz, schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion.

Matz weiter: „Die Anmeldezahlen für die 5. Klassen der Gymnasien steigen derzeit kontinuierlich an. Durch den Wegfall der Schullaufbahnempfehlung nach der 4. Klasse zum Schuljahr 15/16 sind die Eltern mit ihrer Entscheidung, welche Schule für ihr Kind die geeignetste ist, oft überfordert. So verlassen rund 150 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium wieder, noch bevor sie die 7. Klasse erreicht haben. Diese Kinder müssen bis zu 2 Jahre ständiger Überforderung mitmachen und fortwährende Misserfolge verkraften. Das wirkt demotivierend und negativ auf die Gesamtentwicklung der Kinder.“
„Das breit angelegte Fächerangebot einer Realschule qualifiziert die Schülerinnen und Schüler jedoch sowohl für die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt als auch für den Besuch weiterführender Schulen. Nicht nur das Angebot der 2. Fremdsprache ab der 7. Klasse, die sogenannten Wahlpflichtfächer aus dem naturwissenschaftlich-technischen, sozialwissenschaftlichen oder künstlerisch-musischen Schwerpunkt, sondern auch das Angebot zur beruflichen Orientierung bietet den Kindern alle Chancen für eine gute und zukunftsreiche Entwicklung“, betont Matz.
Die Stadt Hannover bietet im Vergleich zu anderen Städten vergleichbarer Größe nur wenige Realschulplätze an. Zudem wurde diese Schulform in den letzten Jahren mit einem schlechten Image belegt. In der öffentlichen Meinung, verstärkt durch die herrschenden politischen Mehrheitsverhältnisse, wurden die Schulformen der Integrierten Gesamtschule und des Gymnasiums in der Vergangenheit favorisiert und die Standorte der jetzt noch bestehenden Real- und Oberschulen kaum, wenig oder überhaupt nicht gestärkt.
„Damit sich diese Tendenz nicht weiter fortsetzt, sollten diese beiden Schulformen gleichberechtigt in den Fokus rücken. Wir stehen zu einem vielfältigen Schulangebot. Auch in Hannover sollten neben den Gesamtschulen und Gymnasien gut ausgestattete Real- und Oberschulen – mit einem angemessenen Platzangebot – dazugehören. Das der Stadt angegliederte Bildungsbüro sollte sein Beratungsangebot speziell für die Eltern verstärken, deren Kinder die 4. Klasse der Grundschulen verlassen, damit die Schulformwahl, die Eltern für ihre Kinder treffen, noch verbessert werden kann“, so Matz
Matz abschließend: „Die CDU-Ratsfraktion wird daher einen entsprechenden Änderungsantrag in die heutige Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses einbringen, mit welchem wir die Errichtung einer dreizügigen Realschule, anstatt eines weiteren Gymnasiums fordern.“